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Welche automatischen Kettenschmiersysteme (Oiler) gibt es für die TL?

Die bekanntesten automatischen Schmier-Systeme sind:

  • Loobman http://chainoiler.co.uk/ Nicht wirklich automatisch, sondern manuell gepumpt. Dafür aber sehr einfach und sehr günstig. Low-Tech mit hoher Funktionalität zum kleinen Preis, genial.

  • HawkeOiler http://www.hawkeoiler.com/ Ebenfalls manuell betätigt gibt eine elektrische Pumpe einen Tropfen pro Tastendruck ab.

  • Scottoiler http://www.scottoiler.de/ oder http://www.thorsten-hofmann.de/. Das wohl bekannteste System. Ein Unterdruckventil am Ansaugstutzen öffnet sobald der Motor läuft. Mit einem einstellbaren Nadelventil wird ein kontinuierlicher Fluß von ein paar Tropfen pro Minute dosiert. Da die Ölviskosität sehr temperaturabhänig ist, ändert sich der Duchfluß auch mit der Temperatur. Außerdem tropft es im Stand bei laufendem Motor zuviel, bei hohen Geschwindigkeiten eher zu wenig.

  • Chaintec bietet zwei verschiedene System an: http://www.chaintec.co.uk Sie arbeiten ebenfalls mit kontinuierlichem Durchfluß. Das einfacherer System besitzt ein mechanisches Rüttelventil, das bei Beschleunigung, Bodenwellen, etc. jeweils öffnet und einen Tropfen, der durch ein Nadelventil gesteuert wird freigibt. Das zweite System besitzt ein elektromagnetisches Ventil, das über einen Rüttelschalter (eine Stahlkugel in einer Spule) angesteuert wird.

  • CLS200. Dieses Microcontroller gesteuerte System arbeitet mit einem elektromagnetischen Ventil, das zeitgesteuert eine vorgegebene Menge durchfließen läßt. Zusätzlich ist es temperaturkompensiert, so daß wirklich eine konstante Menge erreicht wird. Durch Erkennung des Wechselstromanteils von der Lichtmaschine schaltet es sich auch erst bei laufendem Motor ein. Das System ist sehr teuer.

Das waren einige kommerziellen Systeme.

Bei den drei letztgenannten Systemen hat der zeitliche gesteuerte Durchfluß den Nachteil bei niedrigen Geschwindigkeiten zu viel Öl auf die Kette fließen zu lassen, bei hohen Geschwindigkeiten, bei den die Abschleudermenge zudem größer ist, eher zu wenig.

Nun zu den nichtkommerziellen Systemen:

  • Schwaboiler http://www.alpentourer.de/shop/schwaboiler/schwaboiler.html Dies ist nun das erste wegstreckenabhängige System. Über einen Rheed-Kontakt wird die Strecke ermittelt und nach vorgegebenen Intervallen eine bestimmte Ölmenge auf die Kette gegeben. Durch die verwendete Pumpe sind die Ölmengen jedoch jedes Mal recht groß, die Strecken dazwischen entsprechend auch. Zudem ist der verwendete Microcontroller (Conrad C-Control) groß, teuer und leistungsschwach. Der Posereffekt des beleuchteten LCD-Displays mit kompletter Menüführung ist dagegen sicher für einige Leute interessant.

  • E-Kette von Rainer Eisenhuth http://home.t-online.de/home/r.eisenhuth/ekette.htm Dieses System auf Microcontroller-Basis (PIC) ist ebenfalls wegstreckenabhängig. Rainer verwendet den Rheed-Kontakt eines Sigma-Tachos mit. Gegenüber dem Schwaboiler kann seine Pumpe sehr fein dosieren und pumpt bei einem Systemfehler nicht gleich die ganze Ölmenge in die Landschaft. Ein nahezu ideales System.

  • Der McCoi http://www.taunus-biker.de/~mdvp/Kette/Oiler.html Das steht für Microcontrolled Chainoiler und bietet folgende Vorteile:

    • Wegstreckenabhängig:
      Sorgt bei allen Geschwindigkeiten für eine belastungsabhängige Schmierung der Kette. Bei hohen Geschwindigkeiten tropft häufiger Öl und im Stand tropft nix nach.

    • Sparsam:
      Das folgt direkt aus der belastungsabhängigen Schmierung. Da beim Rumstehen an der Ampel und bei langsamer Ortsdurchfahrt kein, bzw. wenig Öl gefördert wird, ist der Ölverbrauch auch sehr gering.

    • Sauber:
      Ergibt sich ebenfalls aus dem Wegstreckenprinzip und der feinen Dosierung. Da immer nur so viel Öl auf die Kette gelangt wie wirklich benötig wird, ist die Abschleudermenge sehr gering. Dicke Tropfen auf der Felge gibt es nicht.

    • Temperaturunabhängig:
      Die Tropfenmenge ist immer gleich groß und fast nicht von der Viskosität und damit der Temperatur des Öls abhängig. Es kann jedes Öl verwendet werden. Es sollte nur frisch und sauber sein um die Pumpe nicht zu verstopfen.

    • Sicher:
      Die Pumpe fördert zuverlässig einen Tropfen pro Pumpstoß. Bekommt die Pumpe durch einen Elektrikdefekt Dauerstrom so wird nicht der Ölvorrat auf die Straße gepumpt, sondern auch nur ein Tropfen abgegeben.

    • Vollautomatisch:
      Die Wegstrecke zwischen zwei Tropfen kann zwar eingestellt werden, eine Änderung ist aber normalerweise nicht nötig, da bei Fahrten in der Waschküche die Ölmenge automatisch erhöht wird.

Meine Erfahrungen mit dem McCoi:

Funktioniert sehr zuverlässig, man muß halt die Bastlerei lieben. Zusätzlich habe ich noch ein kleines Rückschlagventil am Leitungsende angebracht, damit durch den entstehenden Unterdruck die Leitungen nicht leergepumpt werden. Als Füllung verwende ich einfaches Kettensägenöl (ungefähr gleiche Eigenschaften wie das Öl, das der Zubehörhandel anbietet, kostet aber nur einen Bruchteil davon).

Falls wirklich Öl auf der Felge ist (kommt z.T. bei Regen vor) läßt es sich sehr einfach mit Wasser und normalem Waschshampoo entfernen. Auch die Kette ist nach dem normalen Waschen des Bikes wieder wie neu.