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L 1 0 0 0 - F A QGesammeltes Wissen zur Suzuki TL 1000 |
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Ich will die Übersetzung meiner TL ändern, was ist da zu empfehlen? Vor allem anderen hier der Hinweis darauf, dass durch eine Änderung des Übersetzungsverhältnisses die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs erlischt. Näheres dazu steht unter "Rechtliches" in dieser FAQ. Vielleicht eingangs ein paar Worte zu Übersetzungen im Allgemeinen. Im Auslieferungszustand sind viele Motorräder mit einer unheimlich langen Übersetzung ausgestattet. Gründe dafür sind sicher nicht zuletzt in Verbrauchsmessungen und Geräusch- sowie Abgasvorschriften zu suchen. So auch die TL. Mit einer Standardübersetzung von 17/38 bei der S ist die Übersetzung sogar so lang gewählt, dass langsames Fahren im Stadtverkehr darunter leidet. Weil aber durch eine Verkürzung der Übersetzung Lärm- und Abgaswerte bei den zur Erteilung der Betriebserlaubnis verwendeten Messungen verändert werden, erlischt die Betriebserlaubnis und der Austausch von Ritzel oder Kettenrad gegen eins mit geänderter Zahnzahl lässt Flensburgpunkte in direkte Greifweite rücken. Somit verändert die gesetzestreue Fahrerin die Standardübersetzung natürlich nur zum Besuch eines Perfektionstrainings auf einer abgeschlossenen Rennstrecke. Für Themen-Unerfahrene noch kurz geklärt, was Ritzel und Kettenrad überhaupt sind und was eine Übersetzung bewirken soll: Das Ritzel ist das kleine Zahnrad am Getriebeausgang, dass über die Antriebskette das große Zahnrad, das Kettenrad nämlich, an der hinteren Felge dreht. Und was bewirkt eine Änderung der Zahnzahl überhaupt? (Physiker sehen mir jetzt bitte die einfache Darstellung nach...) Nehmen wir einmal SEHR vereinfacht an, das Ritzel säße nicht am Getriebeausgang sondern direkt auf der Welle, die aus dem Motor kommt. Bei jeder Umdrehung der Kurbelwelle speist der Motor eine gewisse Energie in den Antrieb ein, sagen wir der Einfachheit halber, genau 1E (für Energie :o)). Wird diese Energiemenge jetzt direkt auf das Antriebsrad gegeben, wird unser Motorrad etwa 2 Meter (einen Radumfang weit) vorwärts bewegt. Hin und wieder benötigt man aber für 2 Vorwärtsmeter mehr Energie als 1E, z.B. wenn es bergauf geht oder wenn man flott überholen will. Das kann man erzielen, wenn man für eine Antriebsradumdrehung den Motor 2 Mal drehen lässt. Er speist dann 2E in 2 Vorwärtsmeter ein - einfach zu realisieren, wenn man am Motor ein Ritzel mit Unfang 1 und am Antriebsrad ein Kettenrad mit Umfang 2 montiert. Dass eine Antriebskette auch bewegt wird, müssen an den Zahnrädern natürlich auch Mitnehmerzähne vorhanden sein - damit sie die gleiche Kette antreiben können am besten welche gleicher Größe. Also ist die Zahnzahl an Ritzel und Kettenrad proportional zum Zahnradumfang. Doppelter Umfang -> doppelte Zahnzahl. Eine Energieverdoppelung erzielt man also, in dem das Kettenrad doppeltsoviele Zähne hat wie das Ritzel, z.B. 17 vorne und 34 hinten. Die Übersetzung zwischen Getriebeausgang und Hinterrad beträgt bei der TL 1000 S also (38 / 17) = 2,235 - der Getriebeausgang dreht 2,235 mal für eine Hinterradumdrehung. Soweit klar und einfach. Warum will man jetzt vielleicht die Übersetzung ändern? Die einfache Antwort lautet: Man verändert entweder die gefahrene Geschwindigkeit bei gleicher Drehzahl des Motors oder man ändert die Motordrehzahl bei gleicher Geschwindigkeit. Ein entweder/oder ist hier natürlich falsch, eigentlich ist es ein sowohl als auch, es kommt allerdings auf die gewünschte erzielte Wirkung an, wie man das Ergebnis betrachtet. Beispiel: Habe ich ein Motorrad, dass im höchsten Gang deutlich über die Drehzahl mit höchster Leistung hinausdreht, kann ich die Übersetzung verlängern, da ich für die erzielte Endgeschwindigkeit sicher mit einer geringeren Motordrehzahl auskommen würde und somit Materialschonender und Energiesparender unterwegs wäre. Möchte ich dagegen eine möglichst starke Beschleunigung erzielen, z.B. weil ich auf einer Strecke fahre, die eine deutlich geringere Höchstgeschwindigkeit zulässt als sie mein Motorrad erzielen könnte, kann ich durch verkürzen der Übersetzung die Motorenergie nutzen, um schneller auf die erreichbaren Geschwindigkeiten zu beschleunigen. Verlängern bedeutet, dass pro Ritzelumdrehung mehr Kettenradumdrehung erreicht wird, also das Kettenrad kleiner wird. Beim verkürzen wird also gegenteilig das Ritzel kleiner - oder das Kettenrad größer. So, was bedeutet das nun für meine TL? Ein verlängern der Übersetzung macht hier kaum Sinn - die wenigsten werden auf gerader Strecke die theoretisch möglichen knapp 300 km/h erreichen. Bei den meisten wird der Tachometer aber zwischen 230 und 260 km/h stehenbleiben. Sind bei 10.000/min mit Originalübersetzung etwa 300 km/h möglich, werden viele also nur Drehzahlen von knapp 8000/min bei Vollgas erzielen, was deutlich unter der Drehzahl liegt, bei der die maximale Leistung erreicht wird (lasst Euch nicht von der Anzeige des Drehzahlmessers täuschen, die geht in der Regel 500-800/min vor!). Will man also die erreichte Endgeschwindigkeit in den maximalen Leistungsbereich schieben - also die Drehzahl um etwa 500/min anheben, muss man die Übersetzung um den Faktor 8500/8000 = 1,0625 (also 6,25 %) verkürzen. Verändert man die Zahnzahl am Kettenrad um +1 Zahn, verkürzt sich die Übersetzung um 39/38 = 1,0263, 2 Zähne bewirken also 1,0526 oder 3 Zähne kommen auf 1,0789 Schauen wir uns mal eine Ritzelveränderung an: Verkürzen bedeutet weniger Zähne am Ritzel, also statt 17 nur 16 Zähne z.B. - das bringt eine Verkürzung von 17/16 = 1,0625. AHA! Eine verkleinerung des Ritzels um 1 Zahn bewirkt also eine Drehzahlanhebung um 500/min im letzten Gang bei gleicher Geschwindigkeit. Da damit die Drehzahl höchster Leistung erreicht wird, sinkt die erreichte Endgeschwindigkeit garantiert nicht ab, sie wird einfach nur schneller erreicht. Spielen wir noch ein wenig herum: Meine TL erreicht, bedingt durch mein mörderisches Gewicht von 150 kg, auf gerader Strecke gerademal eine Vmax von 225 km/h (echte - mit einem Fahrradtacho gemessen). Das entspricht einer Drehzahl von etwa 7900/min. Um in den Bereich maximaler Leistung zu kommen, also gleiches Tempo schneller zu erreichen, muss ich die Übersetzung um etwa 13 % verkürzen. Das entspricht entweder 15 Zähnen am Ritzel oder 43 Zähnen am Kettenrad - oder 16/41 (6,25 % vom Ritzel und 7,89 % vom Kettenrad). Aktuell fahre ich 16/42, wobei der Motor im letzten Gang tatsächlich ausdreht und eine Vmax von etwa 240 abliefert. Man sieht, dass durch die Verkürzung der Übersetzung nicht nur eine markant stärkere Beschleunigung erzielt wurde sondern zudem durch das Versetzen der Geschwindigkeit in einen kräftigeren (ca +4 PS) Drehzahlbereich, die Vmax deutlich anstieg. Wer sich da ganze mal grafisch geben möchte, lade sich Svens "Geardata"-Programm herunter und experimentiere nach belieben. Einfach ein paar Diagramme findet ihr unter http://116.taunus-biker.de/rms-tl.html Einige Nebenwirkungen sollten noch erwähnt werden:
Ok, wer jetzt Blut geleckt hat, schaue mal unter http://www.sebimoto-germany.de/Pages/kettenr.htm#3, was es so alles gibt. Dazu noch einige Statements aus dem Forum:
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